Die Landschaft


Bertingen liegt in der märkischen Elbtalniederung, im Landkreis Börde und an der Grenze zum Landkreis Stendal. Diese Niederung weist niedrige Talsandflächen mit Dünen auf. Zahlreiche Altwasserarme und verlandete Altwasserinnen begleiten die Flussläufe der Ohre, Elbe und "alten"-Elbe.
Die Landschaft unterliegt einer starken Beeinflussung durch den Wasserstand der Elbe. Überschwemmungen treten regelmäßig auf. Wichtige Wasserflächen sind die Elbe, der Bertinger See und die “alte” Elbe. Während im elbnahen Bereich die Wasserflächen und Wiesen die Landschaften bestimmen, wird der höher gelegene Teil für Acker und Waldflächen genutzt. Hier befindet sich auch der eigentlich Ort Bertingen. Die Wälder rund um Bertingen sind überwiegend Kiefernanpflanzungen. Der Wald schließt sich unmittelbar an das Dorf an. Am Ortsrand und im Ort gibt es wertvolle Eichenbestände. Einige Bäume sind schon mehrere hundert Jahre alt.

Die Rehbock-Tanne


Die Geschichte

Wie Funde belegen,wurde das Gebiet schon vor Jahrtausenden besiedelt. Der Name des Dorfes lässt auf ein hohes Alter schließen. Es veränderte sich im Laufe der Jahre mehrmals:
1225 Bertigge, 1278 Bertinge, 1447 Berthinge, 1564 Barting, 1785 Bertingen.

Durch die Ansiedlung in der Elbniederung (mit starker Überschwemmungsgefahr) wurde ein Standortwechsel des Dorfes notwendig. Zuerst befand sich Bertingen im Treuel und östlich des alten Flusslaufes. Das Gebiet erhielt seinen Namen durch das notwendige Treideln der Schiffe in diesem Flussabschnitt. Bertingen wurde im 16. Jahrhundert an der heutigen Stelle neu aufgebaut. Die Kirche erbaute man am neuen Standort 1571, das Dorf selbst schon einige Jahre eher.

Erneut fast ausgelöscht wurden viele Dörfer im 30jährigen Krieg. Das am alten Standort benachbarte Dorf Rehhagen wurde nicht wieder aufgebaut.
Seine Bewohner gingen nach Bertingen, Zibberick und Mahlwinkel. Bertingen besaß noch drei Feuerstellen. Das benachbarte Dorf Uetz war wüst und in Kehnert gab es noch vier Feuerstellen. In den folgenden Jahren wurden die Dörfer wieder besiedelt.

Im Jahre ???? brannte Bertingen bis auf die Kirche ab. Noch im gleichen Jahr wurden die ersten Gebäude wieder aufgebaut. Ehemals führte eine Heerstraße in der Nähe des Dorfes vorbei. Auf dieser wurde von den Einwohnern Bertingens der Durchzug der Truppen Napoleons beobachtet.

Ebenfalls wichtig war die alte Poststraße. Der alte Gasthof “Sandkrug” lag an dieser Straße. Ein Viertelmeilenstein befindet sich in Bertingen vor dem Dorfkrug.


Gasthof Gustav Mewes, - Poststelle (Karte: Gruß aus Bertingen)

Es wird angenommen,dass eine private Poststraße des Generalpostmeisters, des Grafen von Schulenberg- Kehnert, durch Bertingen führte. Neues Leid kam mit den zwei Weltkriegen in das Dorf. Im 2.Weltkrieg wurden gefangene Polen und Franzosen in der Verkaufsstelle und sowjetische Soldaten im Keller der Molkerei untergebracht.


Besonders tragisch war der Tod zahlreicher KZ-Häftlinge noch in den letzten Kriegstagen, welche von Burg in Richtung Mahlwinkel durch das Dorf getrieben wurden. 1945 besetzten Amerikaner zuerst das Dorf, die dann durch die sowjetischen Truppen abgelöst wurden. Durch den Flüchtlingsstrom erhöhte sich die Einwohnerzahl von Bertingen wesentlich. Nach 1957 hatte das Dorf 307 Einwohner. Wesentliche Veränderungen kamen mit der Bodenreform. Die Bauern schlossen sich zu einer LPG zusammen.

Sehenswürdigkeiten

Zu den Sehenswürdigkeiten in und um Bertingen gehört die Feldsteinkirche in der Mitte des Dorfes.


Ihr gegenüber befindet sich das alte Pfarrhaus, ein schöner Fachwerkbau. Wie bereits erwähnt, ist vor dem Dorfkrug der preußische Postmeilenwürfel zu besichtigen, welcher als Denkmal gekennzeichnet ist. Sehr beeindruckend sind die mehrere hundert Jahre alten Eichen, die sich parkähnlich am Rand des Dorfes erstrecken. In Zusammenarbeit der Länder Brandenburg, Sachsen Anhalt und Niedersachsen wird die Einstufung der Elbaue als Biosphärenreservat angestrebt. In diesem Zusammenhang soll der “Treuel” ein Naturschutzgebiet werden. Am Rande der Elbauen, in Nähe des Bertinger Ferienlagers, befindet sich die “Rehbocktanne”; Es handelt sich hierbei um eine Kiefer, deren Wurzelwerk vom Hochwasser der Elbe dergestalt ausgespült wurde, dass sie aus der Ferne betrachtet, wie ein Hirsch aussieht. Ansonsten bieten die Wiesen der Umgebung gute Erholungsmöglichkeiten. Der Bertinger See z.B ist ein Anziehungspunkt für Angler.

Kultur

Das Kulturleben von Bertingen nahm in den 60er und 70er Jahren durch den Jugendclub einen Aufschwung. In Bertingen findet einmal im Jahr das bekannte Eichenfest statt, welches bei den Einwohnern Bertingens und Umgebung grossen Anklang findet. Auch das alljährliche Maifeuer gehört zur Tradition des Dorfes. Im Sommer finden auch die Filmtage unter den Eichen statt. 1995/96 eröffnete Gerhard Müller den Campingplatz Bertingen mit seinem Indianer-Tipi-Dorf . Er hat es geschafft dass viele Touristen auch aus der weiteren Umgebung den Weg nach Bertingen finden. 1997/98 fanden die Familien Peters & Konitzer / Petersson den Weg von Berlin nach Bertingen. Inspiriert durch die Idee des Herrn Müller (Indianer Tipi-Dorf) verließen sie Berlin um in Bertingen die kleine Westernstadt Little-Big-Town zu erbauen. Die “Kleine Westernstadt” inmitten Bertingens hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Leuten das Leben der Cowboys nahe zu bringen. Das fängt beim Reiten an und hört beim Schiessen auf. 1999 gründeten die Familien Konitzer/Petersson, Peters & Dyba/Hornbostel den gemeinützigen Verein “The Desperados e.V.” der im Jahr 2004 aufgelöst wurde. 2002 gründete die Gemeinde Bertingen den Verein “Eichkater e.V.”, der auch gleichzeitig das Wappentier von Bertingen ist.
2005 die Wiedereröffnung des Bertinger Ferienlagers!

Vorwahl:
039366

Postleitzahl:
39517

KFZ Kennzeichen:
BK

Landkreis:
Börde

Verwaltungsgemeinschaft:
Südliche Altmark/Elbe

Bundestagswahlkreis:
67

Landtagswahlkreis:
08

Fläche in ha am 31.12.2001:
1 118 ha

Bevölkerung am 30.06.2002:
214

 

Geschrieben von Nadja